Lust, Mögen und Verlangen: Buddhistische und psychologische Perspektiven

  • Mar 27
    Friday Mar 27 - Sunday Mar 29, 2020
    • VAT-Free
    Akincano Weber (DE)
    • €225.00
Description

Frühbuddhistische Darlegungen sehen im Begehren(taṇhā,lit. ‚Durst‘ oder ‚Dürre‘) eine zentrale Kraft hinter der Erfahrung von Unzufriedenheit und Unzulänglichkeit und führen viele Schattierungen des Leidens – körperlicher oder psychischer Schmerz, Verlust, Enttäuschung, Frustration und Belastung – direkt oder indirekt auf Formen des Begehrens zurück. Der scheinbar unverfängliche Begriff ‚Begehren‘ verschleiert dabei die Tatsache, daß die Gegenstände unseres expliziten Wollens oft einen tiefer liegenden existentiellen Zustand verdecken, der Wesen auf vielerlei Weise nötigt, fortwährend nach Bestätigung, Befriedigung und Beschwichtigung zu suchen.

Auf einen ersten Blick hegen buddhistische Traditionen offenkundige Missbilligung für das Begehren und sehen in seinen Formen eine unersprießliche und Leiden schaffende Kraft. Das Ausmaß unserer Sehn­sucht, unseres Verlangens und Ehrgeizes und das Pathos der auf sie folgen­den Suche werden dadurch kompliziert, daß Begehren nicht nur Leiden schafft, sondern auch als Motor von Motivation, dem Streben nach Vervollkommnung und nach Befreiung wirkt. Erst bei genauerem Hinsehen offenbaren die alten Lehren eine vielschichtigere Perspektive auf die Mehr­deutigkeit von Begehren – und erschließen ein Unterscheidungsvermögen und hilfreiche An­sätze, um destruktive in konstruktive Kräfte des Wollens umzuwandeln.

Das Praxiswochenende widmet sich einer Klärung des Begriffs und der Rolle des Begehrens, wie westliche und buddhistische Psychologien es verstehen. In der Erkenntnis, dass Verlangen nicht einfach negiert werden kann, soll der Kurs dazu beitragen, das Zusammenspiel von Lust, Verlangen und Sucht in unserem Leben durch die Linse buddhistischer Psychologie tiefer zu verstehen und einige der Werkzeuge kontemplativen Geistestrainings vorzustellen; diese werden psychologisch und mit einem Blick auf jüngere Forschungen in den Neurowissenschaften verortet. 

Das Wochenende findet in einem Praxis- und Theorieverhältnis von 50:50 statt,  besteht aus Stoßreferaten, stillen und geführten Meditationsübungen und Gelegenheit zu Diskussion und Gruppengespräch. Es zielt darauf ab, Achtsamkeits-Praktizierenden Wege zu bieten, Verlangen, seinen Mustern und Bedingungen realistisch zu begegnen und sich transformativ mit ihnen auseinanderzusetzen.

Event Details

Festpreis

Der Kurspreis ist ein Festpreis. Es wird keine Spende an die Lehrenden erwartet.

Zusätzliche Informationen:

  • Kurs ohne Unterbringung
  • Geeignet für Anfänger und Erfahrene in der Ausübung des Dharma
  • Unterkunft muss von den Teilnehmern gesondert gebucht werden.
  • Tee und Kaffee gegen eine kleine Spende erhältlich
  • Vollständige Bezahlung zum Zeitpunkt der Buchung ist notwendig. (Anzahlungen sind bei Wochenendkursen nicht möglich.)
  • In finanziell schwierigen Situationen kann eine Reduktion des Kurspreises beantragt werden.

Lehrer:

AkincanoAKINCANO M. WEBER ist Dharmalehrer und Therapeut. Er war 20 Jahre Mönch in Europa und Asien und ist der Praxis und Überlieferung des frühen Buddhismus verbunden. Interessen: Texte des indischen Buddhismus, Geistessammlung, kontemplative Psychologie. Er studierte Buddhistische Psychotherapie in London (M.A.), unterrichtet international Meditation und Buddhistische Psychologie und führt eine Praxis für Dialogische Prozessbegleitung. Akincano ist Mitbegründer von Bodhi College, leitet Atammaya Köln, ist Dozent für verschiedene MBSR-Institute und Teil des CPP-Programmes; er lebt mit seiner Frau in Köln.

CHRISTOPH KÖCK, geb. 1962 in Wien, lebte 17 Jahre als Mönch, vornehmlich in Klöstern verbunden mit Ajahn Chah in Thailand und Europa. Seit 2001 lebt er wieder in Wien, wo er auch als Psychotherapeut in eigener Praxis tätig ist. Langjährige internationale Lehrtätigkeit in Meditation und Buddhismus.

Tagungsort:

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